Problembereich: Geld in der Ehe. Wie sollte Geld unter Ehepartnern behandelt werden?

 

 

Geld und Ehe: Ein schwieriges Thema

 

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Wir geben Ihnen Tipps zu diesem Thema

Wie sollte das Geld in der Ehe behandelt werden? Was ist wichtig in der Ehe in Bezug auf Geld und eine harmonische Beziehung?

Wir haben für Sie recherchiert!

Der Ehemann verdient das Geld und die Frau passt auf die Kinder auf - so läuft es heute oft nicht mehr. Beide machen manches  gemeinsam. Das Geldausgeben auch?

Das mit dem Geld und der Liebe kann wirklich böse enden. Da geht der Mann mit seiner Firma in die Insolvenz, und seine Frau merkt erst gar nichts davon, weil der Mann sich doch immer um das Finanzielle gekümmert hat. Da ist das gemeinsame Konto plötzlich leergeräumt, weil die innig Verlobte ihrer Vorliebe für nicht preiswerte Geländewagen nachgegeben hat. Das sind natürlich Extremfälle. Doch Auseinandersetzungen um das Thema Geld gibt es in fast jeder Beziehung, ob sie nun glücklich oder unglücklich ist. Ob verheiratet, verliebt, verlobt oder bereits seit mehr als 25 Jahren zusammen, das Thema Geld ist größte Streitthema aller Paare. Da können die Streitpunkte Schwiegereltern ebenso wenig mithalten wie die Frage, wer das Bad zu putzen hat.

Ein Beispiel extremer Trennung der Finanzen

Ein Paar versuchte solche Streitigkeiten mit folgender Vorgehensweise zu vermeiden: Sie vereinbarten: getrennte Kasse und zwar radikal. Sie haben dann Geld und Besitz streng voneinander getrennt und das obwohl sie zusammen wohnten. Jeder hatte selbstverständlich sein eigenes Konto, und alle Ausgaben wurden genau verrechnet. Sogar die Möbel wurden genau aufgelisstet um immer zu wissen, was wem gehört. 

Die heutigen Möglichkeiten

Heutzutage werden die  Gelddinge in der Beziehung immer komplizierter. Vor fünfzig Jahren wäre so etwas kaum denkbar gewesen, als der Mann zumeist allein das Geld verdiente und die Frau dann von seinem Haushaltsgeld abhängig war. Heute sind die Freiheiten größer. Das ist möglich, weil oft haben beide Partner einen Beruf haben, und das Paar kann sich dann entscheiden, ob sie eine gemeinsame oder eine getrennte Kasse haben wollen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Ein Konto zusammen, für jeden ein eigenes Konto oder gar drei Konten - eines für jeden Partner und ein gemeinsames? 

Alles das hat Gelddinge in einer Beziehung komplizierter gemacht. Die alte Arbeitsteilung, in der der Mann bestimmt, funktioniert nicht mehr. In den fünfziger Jahren z.B. kaufte der Mann das Auto und die Frau die Wohnungseinrichtung. Heute machen beide oft alles gemeinsam. Das führt natürlich häufiger zu Komplikationen. Es kann nicht mehr jeder selbst in seinem Bereich regieren.“

Geld ist heute nicht mehr gleich Macht

Geld definiert heutzutage nicht mehr automatisch, wer die Macht in der Beziehung besitzt. Die Durchsetzungsfähigkeit hängt, im Gegensatz zu früher, kaum noch davon ab, wer das Geld verdient. Entscheidend sind heute Interesse und Kompetenz. Das ist inzwischen genauso häufig die Frau wie der Mann. Beide reden auf jeden Fall mit. Das hat aber leider nicht dazu geführt, dass die Partner sich nun besser verstehen.  

Abmachungen der Partner über Geld

Bei Umfragen hat sich herausgestellt, dass nur ein Drittel der Paare sich einig waren, wie sie Gelddinge miteinander regeln. Wo meinen Männer beispielsweise doppelt so häufig wie ihre Frauen, es gibt eine gemeinsame Kasse.

Die Paare treffen offensichtlich selten bewusst Abmachungen über Geld. Man könnte meinen, dass Geld und Liebe nicht zusammenpassen. Das ist jedenfalls die Meinung des Paares, das im obigen Beispiel  Gelddinge jahrelang komplett trennte. Das ist  für viele unvorstellbar unromantisch. Also auch wenn man sich in einer Beziehung materiell nichts schuldig bleibt, so zählt jenseits dieser Grenze das reine Gefühl. 

Zwei Lebenswelten: Die ökonomische und die soziale Beziehung

Eine mögliche Erklärung, warum Geld und Liebe so schlecht zusammenpassen ist, dass von außen gesehen fast jede Beziehung ein Tausch ist, sozusagen Geld gegen Leistung. Wenn man jedoch an Liebe und Romantik denkt, will man das natürlich nicht sehen. Da klingt Tausch sofort ein wenig nach Prostitution. Da kann es sogar völlig rational sein, über dieses Tauschgeschäft nicht offen zu kommunizieren. Das wurde von Ökonomen bestätigt, die das Verhalten der Menschen in Experimenten untersucht haben. Es gibt in der Tat zwei Sphären: Die ökonomische, in der alles genau verrechnet wird und die soziale, in der man etwas Dinge macht, ohne gleich eine Gegenleistung zu verlangen, z. B.  weil man helfen will oder  ein schlechtes Gewissen hat oder einfach Spaß an der Sache. Die soziale Sphäre zu verlassen, z.B. indem man über Geld spricht oder genauer gesagt Geld anbietet, kann wirkliche Nachteile bringen, wenn die Entlohnung ausreichend hoch genug ist.


Vorteile des Heiratens

Das Geld, das der eine Partner für den anderen ausgibt, auch nicht immer genau zu verrechnen, hilft also nicht nur die Romantik. Es kann sogar dazu führen, dass jeder seine jeweiligen Aufgaben besser und mit mehr Vergnügen erledigt. Auch die Großzügigkeit dem anderen gegenüber macht wirklich zufrieden. Man hat herausgefunden, dass sehr glückliche Paare einander mit dem verdienten Geld Gefälligkeiten erweisen. Bei unglücklichen Paaren ist es aber das Gegenteil. Dann geht es darum, sich schnell selbst einen Wunsch zu erfüllen, bevor der andere sich selbst etwas kauft oder einen Vorteil verschafft.

Für alle Ehepaare, die sich trotz alledem immer wieder über Geld streiten, gibt es einen guten Trost. Rein finanziell gesehen lohnt sich die Partnerschaft: Heiraten, das haben verschiedene Studien oft bewiesen, macht reich.

01.07.2010

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