Dichtigkeitsprüfung der Abwasserleitung, Kameraüberwachung, Reinigung

 

 

Dichtigkeitsprüfung der Abwasserleitung

 

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Prüfung der Abwasserleitung: Ist die Abwasserleitung undicht? Was kann man tun? An wen sollte ich mich wenden?

Wir haben für Sie recherchiert!


Dichtigkeit der öffentlichen Kanäle

So in etwa 15 % der in Deutschland benutzten öffentlichen Kanäle haben Undichtigkeiten. Daraus ergibt sich bei 450.000 km ungefähr 6.750 km, aus denen dann Abwasser austritt und dadurch Grundwasser und Boden verschmutzt werden. Auf der anderen Seite kann natürlich auch Grundwasser in die Abwasseranlagen eindringen.

Dichtigkeit der privaten Anschlusskanäle

Hier ist die Kommune natürlich besonders interessiert, dass so wenig wie möglich irgendwo Abwasser versickert. Die Länge der privaten Grundleitungen beträgt etwa 1,5 Millionen Kilometer. dabei weisen sogar 40 % Undichtigkeiten auf. Der Eigentümer hat leider die Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass die Abwasseranlagen betriebssicher und dicht sind. Von ihnen darf keine Gefahr oder unzumutbare Belästigung ausgehen. 

Dabei muss die Dichtheitsprüfung auch den so genannten Anschlusskanal beinhalten, also das Rohrstück vom öffentlichen Straßenkanal bis dann einschließlich der ersten Reinigungs- bzw. Prüföffnung/-schacht auf ihrem Grundstück. Dabei werden durch den Anschlusskanal die Grundstücksentwässerungsanlage und die öffentliche Abwasseranlage miteinander  verbunden. 

Dichtigkeitsprüfung für alle neu erstellten Hausanschlüsse

Für alle neu erstellte Hausanschlüsse gilt, dass für alle Grundleitungen und Anschlusskanäle, die das Schmutz- oder das Mischwasser ableiten, eine Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 zu erfolgen hat. Fast alle Kommunen fordern eine Bescheinigung über die auch erfolgte Prüfung. Die Prüfung muss nach spätestens 20 Jahren wiederholt werden.

Dichtigkeitsprüfung für alle alle alten Hausanschlüsse

Bei den bereits bestehenden Hausanschlüssen gilt, dass diese Überprüfung bis zum 31.12.2015 zu erfolgen hat. Wurde z.B. die Grundstücksentwässerungsanlage geändert, so hat vorab ebenfalls eine Dichtheitsprüfung zu erfolgen.

Strengere Regeln in Wasserschutzgebieten

Bei Grundstückseigentümern im Bereich von Wasserschutzgebieten gelten allerdings strengere Regeln. Wenn die Grundstücksentwässerungsanlage vor dem 01.01.1965 erstellt wurde  oder es handelt sich um industrielles bzw. gewerbliches Abwasser, dabei muss die Grundstücksentwässerung vor dem 01.01.1990 angelegt wurden sein, musste die Dichtheitsprüfung bereits bis zum Ende des Jahres 2005 vorgenommen worden sein.

Durchführung der Untersuchung 

Vor der eigentlichen Dichtheitsprüfung erfolgt zunächst eine Reinigung und mit einer Kamera (optische Inspektion) der Hausanschlussleitung. Dafür sind idR. weder Aufgrabungen noch Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich. Zumeist erfolgt die Reinigung mithilfe von Hochdruck-Spüldüsen. Dadurch lassen sich leicht lose Verunreinigungen, aber in der Regel auch häufig ein großer Teil der Ablagerungen und Verfestigungen beseitigen. Im Anschluss kann die optische Inspektion durchgeführt werden. Dazu wird eine Kanal-TV-Kamera eingesetzt, welche eine Beurteilung des Zustandes der Leitungen ermöglicht. Dabei können sichtbare Schäden festgestellt werden. Doch nicht in allen Fällen sind die Leitungen zugänglich oder undichte Rohrverbindungen können nicht unbedingt erkannt werden. Darum empfiehlt es sich, eine sichere Dichtigkeitsprüfung nach DIN 1986-30 durchführen zu lassen. Dieses ist auch günstiger, als zunächst eine Kamerauntersuchung und dann eine Dichtheitsprüfung ausführen zu lassen. Es ist möglich, die Dichtheitsprüfung sowohl mit Wasser als auch Luft durchzuführen. Bei Hausanschlüssen ist die Variante mit Wasser üblicher. Dazu erfolgt nach dem Absperren der Leitung das Grundleitungssystem bis zu Oberkante des tiefsten Entwässerungsgegenstandes eine Füllung mit Wasser. Es wird für mindestens eine Viertelstunde gehalten. Dabei wird der Wasserverlust gemessen. Ein gewisser Spielraum beim Wasserverlust ist gestattet. Der gestattete Wasserverlust hängt vom Rohrmaterial abhängt. Es ist im übrigen auch möglich, die Rohrverbindungen einer Einzeldichtheitsprüfung zu unterziehen. 

Kosten der Dichtigkeitsprüfung

Sie müssen mit Kosten für die gesetzlichen Überprüfungen von etwa 500 Euro rechnen. Im Fall von  verzweigten Leitungen und höherem Aufwand können bis zu 800 Euro entstehen. Bevor Sie eine Firma mit der Durchführung der Arbeiten beauftragen, sollten Sie sicherheitshalber bei der Stadt / Gemeinde anfragen, ob diese Firma auch eine ausreichende Eignung besitzt (bzw. bei der Stadt registriert ist und eine Zulassung von ihnen hat). Das ist deshalb von Bedeutung, da viele Gemeinden uneinheitliche Anforderungen an die Eignung von den Fachbetrieben haben. 

28.01.2010

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